Nachhaltiges Bauen

Ökobilanzen für Recycling-Stahl

OekoStahl_Logo1_web2 Die Kampagne Öko-Stahl von Stahlpromotion Schweiz sorgt für mehr Akzeptanz des nachhaltigen Bauens mit Stahl. Im Bereich Öko-Bilanzen wurde z.B. erreicht, dass der Recycling-Anteil für Stahlprofile massiv erhöht wurde und Stahlbauten daher so gute Werte erreichen, dass sie sogar mit Holzbauten mithalten können. Ob das Recycling bei der Ökobilanzierung generell anerkannt wird, darüber streiten sich die Experten.


Schon per 2009 wurde dank der Initiative von Stahlpromotion Schweiz erreicht, dass die Werte für Stahlprofile in der KBOB-Liste des Bundes angepasst wurden (Recyclinganteil von Stahlprofilen von 37% auf 98%). Grundlage dafür bildeten die Deklarationen der Stahlwerke, welche Stahlprofile in die Schweiz liefern. Derzeit sind praktisch alle diese Stahlwerke Elektrostahlwerke und produzieren ausschliesslich Recyclingstahl. Daher konnte die Kampagne Öko-Stahl das Argument anführen, dass praktisch 100% der Stahlprofile aus Recyclingmaterial erstellt sind und daher wesentlich umweltfreundlicher sind. Im Moment wird in der Schweiz also mit diesen guten „Stahlwerten“ gearbeitet.

Dass man einen Stahlbau am Ende des Lebenszyklus vollständig rezyklieren kann, wird jedoch in gängigen Ökobilanzen derzeit noch nicht genügend anerkannt. In der Schweiz und in Europa streiten sich die Experten darüber, ob dieser Recycling-Bonus in den Europäischen Normen z.B. prEN 15804 und prEN 15978 (Ökobilanzierung) zwingend berücksichtigt werden muss oder nur freiwillig ist. Es ist klar, dass die Stahl- und Metallbaubranche ein grosses Interesse an einem Recycling-Bonus hat, hingegen würde dieser Bonus für die Beton- und Holzbauweise schlechter ausfallen. Bis zur Umsetzung der neuen Europäischen Norm wird es etwa 2 Jahre dauern. Bis arbeiten viele europäische Institute mit der bisherige Europäischen ISO 14040, nach der die End-of-Life-Phase zwingend berücksichtigt werden muss.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz wird in der Praxis derzeit mit verschiedenen Tools zur Öko-Bilanzierung gerechnet (z.B. KBOB, eco-bau), die sich auf die ecoinvent-Datenbank stützen. Da in dieser Datenbank derzeit die guten Recycling-Werte für Stahlträger bereits berücksichtigt sind, steht der Stahlbau in der Schweizer besser da als im übrigen Europa mit den obengenannten Europäischen Normen. Der in der Schweiz gebräuchliche Bauteilkatalog (der einen Vergleich der Bauteile erlaubt) wurde nach der ISO 14040 berechnet, so dass auch hier ebenfalls positive Werte für Stahl resultieren. Der Bauteilkatalog wurde dank der Initiative von Stahlpromotion Schweiz mit den üblichsten Stahlbauteilen ergänzt.

Tendenzen in Deutschland

Das deutsche „bauforumstahl“  hat Ende 2010 zusammen mit dem IBU (Institut für Bauen und Umwelt) und der Stahlindustrie  so genannte EPDs (Environmental Product Declarations) für Stahlprodukte erarbeitet, die zwischen ca. 25 und 40% bessere Werte für Stahl aufweisen als die  bisher wesentlichiste deutsche Quelle für Ökobilanzdaten „Ökobau.dat“ – eine Datenbank ähnlich wie KBOB. Da die Ökobau.dat auf statischen Daten für den deutschen Markt beruht und einen typischen Produktmix beinhaltet, enthält sie Durchschnittsdaten. Demgegenüber werden in EPDs herstellerspezifische Ergebnisse der Ökobilanz der Bauprodukte angegeben und durch unabhängige Zertifizierungsstellen überprüft. Es ist insbesondere die Entwicklung der EPDs in Deutschland, die für die Schweiz ein Vorbild sein könnte.

Was kann Stahlpromotion Schweiz bewirken?

Es gibt noch etliche Pendenzen im Bereich der Einflussnahme auf SIA-Normen und Empfehlungen, etc. Insbesondere müssten in den einschlägigen Empfehlungen des SIA und CRB etc. die für Stahl negativ formulierten Abschnitte korrigiert werden. Es ist generell noch viel Aufklärungsarbeit notwendig für das nachhaltige Bauen in Stahl, die durch Fachartikel, Publikationen/Merkblätter und Vorträge geleistet werden sollte.

Eine fundierte technische Dokumentation zum Thema „Nachhaltiges Bauen mit Stahl“ ist Bestandteil der Kampagne Öko-Stahl, welche durch den Fonds von Stahlpromotion Schweiz finanziert wird. Das Booklet der Kampagne Öko-Stahl liefert bereits eine gute Grundlage für die Argumentation. Es wurde als Beilage in Fachzeitschriften verbreitet und fand einen guten Anklang. Die Details zu Planungstools werden auch auf dem Internet publiziert und zur Verfügung gestellt sowie durch die Pressearbeit von Stahlpromotion Schweiz in die Fachmedien getragen. (ef/stahlpromotion)

Weitere Informationen:

"Öko-Stahl"

Normung zur Nachhaltigkeit im Bauwesen

 

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